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Training

Wie läuft ein typisches Kobudo-Training ab und welche Waffen verwenden wir?

Antworten auf einige allgemeine Fragen findet ihr unter diesem Text in den FAQ. Hier möchte ich eine typische Trainigseinheit kurz beschreiben.

Die wichtigste und am häufigsten verwendete Kobudo-Waffe ist der Bo (Langstock). Jede Trainingseinheit beginnt mit einigen allgemeinen Aufwärmübungen ohne Waffe, dann folgen spezifische Aufwärmübungen mit dem Bo.

Danach folgen diverse Übungen von grundlegenden Abwehr- und Angriffstechniken mit dem Bo.

Das zentrale Trainingselement im Kobudo ist die sogenannte Kata (Form). Diese besteht aus einem festgelegten Ablauf von Abwehr-, Angriffs- und anderen strategischen Techniken. Hier kommen neben den erlernten Basistechniken auch komplexere Bewegungsformen vor. Neben der Technik, Koordination, Kondition und Kräftigung wird aufgrund der Vielzahl dieser Kata auch das Gedächtnis stets trainiert.

Um die gelernten Techniken auch korrekt anwenden zu können, üben wir diese dann in (abgesprochenen) Partnerübungen. Hierbei lernt man neben der korrekten Handhabung der Waffe auch wichtige Aspekte wie den korrekten Abstand zum Partner in der jeweiligen Situation, sowie das optimale Timing der Techniken.

Im Anschluss an das Bo-Training folgen immer auch Übungen mit dem Sai (s.u.). Diese folgen dem gleichen Prinzip wie das Bo-Training. Danach bekommt jeder Teilnehmer seinem Kenntnisstand entsprechende, individuelle Übungen. Fortgeschrittene trainieren dann auch mit weiteren Waffen.

 

Im Ryukyu-Kobudo-Shimbukan trainieren wir mit folgenden Waffen (Abbildungen der Waffen sind im Bereich „Fotos“ zu finden)
Bo (Langstock): Dies ist die erste Waffe, mit der man als Anfänger in Berührung kommt. Gleichzeitig ist er die wichtigste Waffe in allen Kobudo-Stilrichtungen Okinawas. Der Stock ist etwas länger als die eigene Körpergröße und verjüngt sich zu den Enden.

Sai („Metallgabeln“): Im Gegensatz zu den meisten anderen Kobudo-Waffen, die aus Arbeitsgeräten von Bauern und Fischern entstanden, sind die Sai schon immer eine Waffe zur Verteidigung gewesen und z.B. in China von Polizeikräften eingesetzt worden. Die Sai-Techniken ähneln sehr den Karate-Techniken, wobei das Sai zum einen Schutz des abwehrenden Armbereiches bietet und zum anderen z.B. bei Schlagtechniken eine Verlängerung des Armes darstellt.

Tekko: Diese „Schlagringe“, die ursprünglich aus Pferdehufen entwickelt wurden, sind in Deutschland verboten. Wir trainieren hier mit Laufgewichten als Ersatz. Die Techniken sind im Grunde Karate-Techniken, nur dass sie mit den Tekko in der Hand ausgeführt werden.

Nunchaku: Diese Waffe besteht aus 2 Holzstücken, die mit einem Seil oder Kette verbunden sind. Der Besitz des Nunchaku ist in Deutschland ebenfalls verboten. Wir trainieren mit einem dicken Seil als Ersatz.

Tonfa: Diese Waffe aus Holz wird auch in vielen westlichen Ländern von Polizeikräften in einer Variante aus Hartkunststoff verwendet. Auch hier sind viele Techniken den Karate-Techniken sehr ähnlich und das Tonfa dient ebenfalls bei Schwüngen der Verlängerung der Arm-Reichweite.

Tinbe und Rochin: Hierbei handelt es sich um einen Schild aus einem Schildkrötenpanzer und einem kurzen Spieß. Natürlich verwenden wir heutzutage keine echten Schildkrötenpanzer mehr, sondern Nachahmungen aus Kunststoff.

Kama: Eine kurze Sichel, die normalerweise zum Schneiden von Getreide verwendet wird.

Eku: Dies ist das Holzpaddel eines Ruderbootes. Es wird ähnlich wie ein Bo verwendet, die Handhabung ist jedoch aufgrund der Asymmetrie etwas anspruchsvoller.

FAQ – häufig gestellte Fragen

Hier findet ihr Antworten auf die Fragen, die vor dem ersten Training typischerweise auftreten. Solltet ihr weitere Fragen haben, zögert bitte nicht mich zu kontaktieren.

Wann findet das Training statt?

Wir trainieren immer Donnerstags von 20 bis 21.30 Uhr in den Räumen des Lübecker Judo Clubs (JLC) in der Falkenstraße 39. Die komplette Adresse und eine Anfahrtskarte findet ihr unter Kontakt

Kann ich ein Probetraining machen?

Ja, jeder Interessierte kann kostenlos 3x mittrainieren und ausprobieren ob dies die richtige Kampfkunst, der richtige Trainer und die richtige Gruppe für ihn ist.

Welche Trainingskleidung brauche ich?

Am Anfang ist leichte Sportbekleidung (Jogginghose, T-Shirt) völlig ausreichend. Wenn ihr ernsthaft dabeibleiben wollt, benötigt ihr irgendwann einen Karate-Anzug. Da wir barfuß trainieren, sind zwar keine Sportschuhe erforderlich, jedoch Flipflops o.ä. für den Weg von der Umkleide zum Trainingsraum.

Muss ich Vorkenntnisse in einer Kampfkunst haben?

Auch wenn gewisse Vorkenntnisse anderer Kampfkünste, insbesondere des Karate, den Einstieg ins Kobudo erleichtern, sind diese nicht erforderlich. Die nötigen Grundstellungen und -bewegungen lernst du nach und nach im Training. Für erfahrene Karateka kann das Kobudo aber eine sinnvolle Erweiterung des technischen Spektrums sein.

Ab welchem Alter kann ich mitmachen?

Ich unterrichte Jugendliche frühestens ab 16 Jahren im Kobudo. Jüngere Interessierte können gerne Freitags in der Karategruppe trainieren.

Kann ich auch in höherem Alter noch mit dem Kobudo-Training beginnen?

Nach oben hin sind dem „Eintrittsalter“ bei uns keine Grenzen gesetzt. Der Umgang mit Kobudo-Waffen schult sehr die Koordinationsfähigkeit und Beweglichkeit der Gelenke. Beides Eigenschaften, deren Erhalt mit zunehmendem Alter immer wichtiger wird.

Muss ich die Waffen selber mitbringen, bzw. wo bekomme ich sie her?

Am Anfang stelle ich Waffen zur Verfügung. Wer ernsthaft dabeibleiben möchte, sollte sich irgendwann natürlich eigene Waffen zulegen. Bezugsquellen stelle ich dann gerne zur Verfügung.

Muss man an Prüfungen teilnehmen?

Nein, das ist nicht zwingend erforderlich. Allerdings werden einige Waffen und Techniken erst ab dem Erreichen des Schwarzgurtes unterrichtet. Wir haben ein Prüfungssystem, wie man es von anderen Kampfkünsten kennt. Es geht vom Gelbgurt über Orange-, Grün-, Blau- und Braungurt bis zum Schwarzgurt (Dan), von dem es wiederum 10 Stufen gibt. Im Training und besonders auf Lehrgängen ist es so leichter, die Teilnehmer gemäß ihrem Kenntnisstand einzuteilen. Aber ich bestehe nicht darauf, dass meine Schüler Prüfungen ablegen. Auch wer nur Spaß an der Bewegung mit den Waffen hat, ist bei uns herzlich willkommen.

Gibt es Wettkämpfe im Kobudo?

Grundsätzlich gibt es so etwas im Kobudo. In der Regel sind dies Kata-Wettkämpfe, also Einzel-Vorführungen der Kata (Formen), die man vor einem Schiedsgericht vorführt und die dann bewertet werden. Aufgrund der Verletzungsgefahr, gibt es bei uns keine Wettkämpfe, in denen 2 Kontrahenten mit Waffen gegeneinander kämpfen.
Natürlich üben wir auch abgesprochene Angriffe und Abwehren mit den Waffen um die Anwendung möglichst realistisch nachzuvollziehen.

Wieviel kostet das Training?

Die aktuellen Beiträge und Zahlungsbedingungen des LJC findest du auf der Website des LJC unter „Verein / Beiträge“